Lesbos 2015

„Unterlassene Hilfeleistung“ – Peer-Leader im Lager OXI auf Lesbos

Lageroben

8 Mitglieder der niedersächsischen Initiative Peer-Leader-International waren für eine Woche auf der Insel Lesbos zu einem „Fluchthelfereinsatz“. Die Gruppen in Braunschweig und Ostrhauderfehn beschäftig das Thema „Flucht“ zusammen mit ihren internationalen Partnern, u.a. in Israel, Bosnien und Südafrika. Die Jugendlichen wollten mehr wissen über die Strapazen auf den Fluchtwegen und fragten auf Lesbos an, ob man sie brauchen könne.LagerMüll

Unvermittelt befanden sich die Peers 7 Tage im Schichtdienst rund um die Uhr im improvisierten Lager OXI bei Molinos, schmierten Sandwiches, falteten Decken, sammelten Müll, spielten mit den Kindern und betreuten angelandete Geflüchtete am Strand. Zusammen mit rund 50 Freiwilligen aus aller Welt wird täglich das improvisierte Camp bereitgehalten.Retter

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Gruppe

Täglich kommen 1000 – 5000 Flüchtende über das Meer aus der Türkei, fast jeden Tag gibt es Tote bei der Überfahrt. UNHCR stellt lediglich Decken, einige Zelte und Busse zum Weitertransport zum neuen „Hotspot“ der EU am Fährhafen im 70km entfernten Mytilini bereit. Oben im Lager OXI: keine EU, kein Regierung, nur die Zivilgesellschaft. Befriedigt über das gemeinsame Arbeiten mit jungen Leuten aus allen Ländern und Kontinenten, aber entsetzt über die Abwesenheit von EU-Hilfe kehrten die Peers zurück und forderten EU und Bundesregierung zum Handeln auf. Peers werfen der EU „unterlassene Hilfeleistung“ und „fahrlässige Tötung“ vor. Stattdessen werden von rechten Politikern über „besserer Grenzsicherung“ geredet.Westen

Man will dran bleiben: Peer-Leader halten Vorträge, organisieren Lesungen, sammeln Spenden und suchen Freiwillige zum Einsatz auf Lesbos. Sie bitten die Schulen und das Kultusministerium nachdrücklich, das Thema „Flucht“ zu einem Schwerpunkt des aktuellen Unterrichtes zu machen. Das Sterben und das Leiden auf den Fluchtrouten müssten genau wie die Fluchtursachen und die Aufnahme von Flüchtenden Thema des Unterrichts werden und Motivation zum Engagement auch der Schulen sein.

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